Informationen zu Stadt und Landkreis Freising

Texte und Bilder aus Broschüren des Amtes für Öffentlichkeitsarbeit des Landratsamtes Freising und des Fremdenverkehrsamt der Stadt Freising.

Geographie

Freising liegt auf 448 m ü. N.N., 11°33´ östlicher Länge und 48°24´ nördlicher Breite. Der Landkreis Freising hat eine Fläche von 799,76 qkm, die Stadt Freising ist 90 qkm gross.

Einwohnerzahl

Im Landkreis Freising lebten am 31.12.1992 135.460 und in der Stadt 38.928 Menschen.

Wirtschaft

50.969 ha, das sind rund 64% des Landkreisgebiets, wurden im Jahr 1992 von 2.732 Betrieben landwirtschaftlich genutzt. Der Viehbestand betrug zu dieser Zeit 57.430 Rinder, davon 16.781 Milchkühe, 59.235 Schweine, 2.849 Schafe, 1.612 Pferde und Kleinpferde, sowie 55.964 Legehennen.
In den insgesamt 97 Industriebetrieben des Landkreises mit 20 und mehr Beschäftigten, verdienten 12.279 Arbeitnehmer ihren Lebensunterhalt, davon 4.905 als Angestellte und 7.374 als Arbeiter.
Wichtige Industriezweige sind die Brauereien, mit der ältesten Brauerei der Welt seit 1040, Brauereimaschinen, Traktoren, Buchdruck und Elektronik.

Strassennetz und Kfz-Bestand

Im Landkreis Freising befinden sich 50 km Bundesautobahnen (1.1.93), 85 km Bundesstrassen (1.1.90), 134 km Staatsstrassen (1.1.90), 261 km Kreisstrassen (1.1.76) und 1.159 km Gemeindeverbindungsstrassen, davon 415 km Ortsstrassen (1.1.76).
Im Landkreis waren am 4.6.1993 104.009 Fahrzeuge gemeldet, darunter 4.498 Krafträder, 64.779 PKW und Kombi, 130 Busse, 3.499 LkW und 1 Elektrofahrzeug.

Natur- und Landschaftsschutz

Am 1.5.1993 betrug die Gesamtfläche an Natur- und Landschaftsschutzgebieten im Landkreis Freising 22.279 ha, davon entfielen auf Naturschutzgebiete 889 ha und auf Landschaftsschutzgebiete 21.490 ha.
Zu den Naturschutzgebieten zählen die Echinger Lohe mit 24 ha, die Garchinger Heide mit 27 ha, die Vogelfreistätte Mittlere Isarstauseen mit 190 ha, die Isarauen zwischen Hangenham und Moosburg mit 581 ha, die Amperauen mit Altwasser bei Palzing mit 66 ha und die Alte Kiesgrube bei Vötting an der Feldfahrt mit 1,5 ha.
Als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen sind die Amperauen im Landkreis Freising mit 9.988 ha, der Tertiäre Hügelrand mit 470 ha, das Freisinger Moos/Echinger Gfild mit 5.750 ha, das Isartal mit 4.766 ha und die Mooslandschaft südlich Hallbergmoos mit 516 ha.

Stadtgeschichtliches

Freising ist eine der ältesten Städte Oberbayerns, genauer gesagt zwischen Regensburg und Bozen. Schon um 2000 v.C. gab es erste Ansiedlungen auf dem Domberg. Die eigentliche Geschichte Freisings beginnt mit der Herzogsburg der Agilolfinger um 700 n.C.. Die Burg Frigisinga wurde erstmals 744 in der Schenkungsurkunde im Traditionsbuch des bischöflichen Notars Cozroh genannt. Auf Wirken des Wanderbischofs Korbinian um 720 n.C. und dessen Nachfolger Bonifatius wurde Freising 739 n.C. Bischofssitz und war für ein Jahrtausend geistlicher und weltlicher Mittelpunkt Altbayerns, mons doctus.
Bischof Arbeo (764-783) schuf die Domschule und die Bibliothek, im Jahr 903 brannte die Domkirche und 909 wurde die Stadt durch die Ungarn zerstört.
Seine Glanzzeit erlebte die Stadt unter Bischof Otto I. (1138-1158), ein Oheim Friedrich Barbarrosas und berühmter Geschichtsschreiber. Im Jahr 1159 ereilte Freising ein verheerender Brand, der Dom wurde bis 1205 daraufhin wiederaufgebaut. Um 1440 erhielt die Pfarrei St. Georg eine gotische Hallenkirche und 250 Jahre später einen schönen Barockturm. Unter Fürstbischof Veit Adam (1696-1727) erfolgte die Barockisierung des Dominnern. 1646 und 1769 wurde die Stadt schwer geplündert.
Eine neue geistige Blüte erfuhr das Bistum Freising unter dem Fürstbischof Johann Franz Eckher (1696-1727) durch die Errichtung der Hochschule und eines Krankenhauses, sowie durch die Barockausstattung des Doms durch die Brüder Asam 1723-24.
Die Säkularisation im Jahr 1803 beendete die weltliche Herrschaft des Bischofs durch Aufhebung des Hochsstifts, welches bis dahin ein seit dem 13. Jahrhundert reichsunmittelbares Territorium, mit Besitzungen in Österreich und Hofmarken in Bayern umfasste.
Die Diözese Freising wurde zum Erzbistum München und Freising erhoben, der Bischofsstuhl 1821 nach München verlegt und seit 1972 ist Freising Sitz eines Regionalbischofs.
Der Säkularisation fielen die Stiftskirchen St. Andreas, St. Veit und die Abteien Weihenstephan und Neustift zum Opfer. Im Jahr 1142 wurde das Prämonstatenserkloster Neustift gegründet und im 18. Jahrhundert erhielt Freising eine Rokokokirche.
In Weihenstephan befand sich schon seit der Zeit Korbinians eine kleine Kirche und um 1020 siedelten sich dort die Benediktiner an.
Heute befindet sich dort das weltbekannte Lehr- und Forschungszentrum der Technischen Universität München mit den Fakultäten für Landwirtschaft und Gartenbau, für Brauwesen, Lebensmitteltechnologie und Milchwissenschaft, die Fachhochschule und die Bayerische Landesanstalt für Bodenkultur und Pflanzenbau. Seit 1992 befindet sich als dritte Hochschule die Ludwig Maximilians Universität mit der Forstwissenschaftlichen Fakultät in Weihenstephan.
Seit Freising seinen Rang als Residenzstadt verlor ist die Stadt Schul- und Kulturzentrum mit dem Kardinal Döpfner Haus, als Bildungszentrum der Erzdiözese, dem Diözesanmuseum, der Dom- und Stadtbibliothek und dem Heimat- und Asammuseum.
1862 erhielt Freising die Kreisfreiheit, 1905 wurde Neustift und 1937 Vötting mit Weihenstephan eingemeindet. 1972 wurde Freising grosse Kreisstadt mit Eingemeindung von Haindlfing, Itzling, Sünzhausen und Tüntenhausen, sowie 1978 Attaching und Pulling.

Sehenswürdigkeiten


Das Standbild des Gstanzlsängers Roider Jackl,dessen ironisch gemeinter Satz:
"jetzt muss ich aufhören zu singen, sonst setzen die mir noch ein Denkmal, wo das Wassser rausläuft" ihm posthum ebenselbieges bescherte. Zu finden ist dieser Brunnen an der Bahnhofsstrasse, Ecke Obere Hauptstrasse.

Das Wahrzeichen Freisings ist aber der Dom St. Maria und St. Korbinian, der erste Ziegelbau nördlich der Alpen seit der Antike. Nachdem die Römer das Land verlassen hatten, geriet diese Technik in Vergessenheit. Im Jahr 1205 wurde der romanische Kirchenbau geweiht, nachdem der Vorgänger 1159 durch Feuer zerstört wurde. Im ausgehenden Mittelalter schafften es die Freisinger Bischöfe die besten bayerischen Baumeister nach Freising zu verpflichten, wie Jörg von Halsbach, dem Baumeister der München Frauenkirche, der den Dom und die Benediktuskirche mit einem gotischen Gewölbe versah. Der Bildhauer Erasmus Grasser erschuf die ergreifende Beweinungsgruppe, die in der Ostapsis des nördlichen Seitenschiffes aufgestellt ist.
Die beiden bedeutendsten Vertreter des bayerischen Spätbarock, Cosmas Damian und Egid Quirin Asam schufen die Fresken und den Stuck, Francois de Cuvillies und Johann Baptist Zimmermann, als wichtigste Vertreter des süddeutschen Rokoko, waren ebenfalls in Freising tätig, erster entwarf die Stuckdecke im Barocksaal der Dombibliothek, letzterer schuf 1716 den spätgotischen Domkreuzgang neu. Dieser Kreuzgang ist mit seinen zahlreichen Grabsteinen aus dem 14. bis 18. Jahrhundert das grösste Lapidarium, zu deutsch Steindenkmalsamlung, in Bayern.
Die Anfänge der Dombibliothek gehen bis in das Jahr 739 zurück, als der damalige Bischof Ermbert ein Kloster gründete, in dessen Bibliothek unter Bischof Arbeo das Abrogans entstand. Dieses Wörterbuch der althochdeutschen Sprache gilt als das älteste Buch in deutscher Sprache. Während der Amtszeit Bichofs Erchanberts (836-854) wurde hier mit dem Petruslied das erste deutschsprachige Kirchenlied geschaffen.

Eines der interessantesten hochmittelalterlichen steinernen Bildwerke in Europa ist die Bestiensäule, zu finden in der Krypta mit dem Grab des Bistumspatrons St. Korbinian, genauer: "im Keller unten", O-Ton Herbert Maier, DVS.

Im Herzen Freisings liegt der Marienplatz, mit der von Fürstbischof Albrecht Sigismund von Wittelsbach 1674 gestifteten Mariensäule mit den Freisinger Stadtpatronen Korbinian, Sigismund, Franz Xaver und Franz von Assisi zu Füssen der Himmelskönigin.


Der Weihenstephaner Berg, Heimstatt der Brauerei Weihenstephan, bildet, zusammen mit dem Domberg, die Keimzelle der Stadt Freising. In einer Schenkungsurkunde des Königs Heinrich II. 1003 taucht zum ersten Mal der Name Wihanstephane auf.

Sehenswert ist auch der ehemalige Hofgarten auf dem Weihenstephaner Berg.

Dieser, und der Staudensichtungsgarten, auf dem gegenüberliegenden Gelände, werden von der staatlichen Versuchsanstalt für Gartenbau betrieben. Der Staudensichtungsgarten mit seiner reichen Flora gilt als die beste Anlage dieser Art in Deutschland.

Am Ende Ihres Spazierganges durch Freising werden Sie mit dem bekannten Reiseschriftsteller H.W. Riehl einer Meinung sein, der 1866 schrieb:
"Wer Freising nicht gesehen hat, kennt Altbayern nicht"


Aber Freising bietet auch dem Geselligkeit suchenden etwas, so zum Beispiel im Biergarten des Bräustüberls,

der Waldwirtschaft Plantage

oder auf einem der zahlreichen Feste und Veranstaltungen, wie einer Fahnenweihe der Feuerwehr.

Sie können aber auch einen Ausflug in die Hallertau einplanen, dem nahe bei Freising beginnenden grössten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet der Welt.

Zuletzt bearbeitet von:
Becker 05/2000